Wir sind die Urheber!
Schon eine Zeitlang verfolge ich die aktuelle Diskussion um das Urheberrecht mit Kopfschütteln. Zwei Gegenpole scheinen sich unversöhnlich gegenüberzustehen: Auf der einen Seite diejenigen, die für eine erbarmungslose Verfolgung aller privaten Raubkopierer, unknackbares DRM, die Providerhaftung (nach der z.B. Youtube für Rechtsverletzungen derjenigen haftet, die dort Videos hochladen), ACTA und den Bundestrojaner sind, auf der anderen Seite die Kämpfer für ein von jeglichen Rechten und Regeln befreites Internet, in dem alles unbegrenzt kostenlos verfügbar ist und nur die "Verwertungsmafia" außen vor bleibt.
Das ist natürlich überzeichnet, entspricht aber in etwa der Darstellung der jeweiligen Gegenseite in der öffentlichen Diskussion.
Wozu die Aufregung? Ich habe es immer noch nicht so richtig verstanden. Das geltende Urheberrecht sagt nichts darüber aus, mit welchen Mitteln Raubkopierer verfolgt werden sollen oder wer bei Rechtsverletzungen haftet. Es sagt auch nichts darüber, wie digitale Kopien zu schützen sind, oder dass Privatkopierer "kriminalisiert" werden müssen. Wer also gegen ACTA und DRM ist, muss noch lange nicht gegen das geltende Urheberrecht sein.
Die Behauptung, dieses "sei nicht mehr zeitgemäß", finde ich nicht nachvollziehbar. Nur, weil es wesentlich leichter geworden ist, Werke entgegen dem Willen des Urhebers zu nutzen, soll man die Rechtsgrundlage ändern? Mit demselben Argument könnte man auch fordern, Drogen zu legalisieren, weil es wesentlich leichter geworden ist, sie synthetisch herzustellen.
Das Urheberrecht sagt lediglich, dass der Urheber - und niemand sonst - bestimmen darf, wie sein Werk genutzt und verbreitet werden soll. Das Recht dazu darf er an Dritte, auch Verwerter, übertragen. Ich sehe keinen Grund, daran etwas zu ändern.
Ebensowenig glaube ich allerdings, dass es sinnvoll wäre, jetzt schärfere Überwachungsregeln für das Internet einzuführen, um Urheberrechtsmissbräuche auf diese Weise zu bekämpfen. Das würde letztlich uns Urhebern ebenso wie allen anderen Internetnutzern schaden.
Die ganze Debatte halte ich ohnehin für sinnlos, da eine Änderung des Urheberrechts ein massiver Eingriff in das verfassungsrechtlich geschützte Eigentum der Urheber wäre. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine entsprechende Gesetzesänderung auf absehbare Zeit die dafür notwendige Mehrheit finden würde. Es handelt sich hier also um ein politisches Scharmützel, das vielleicht den Piraten bei den anstehenden Wahlen nützt, aber die Buchbranche von wesentlichen Fragestellungen ablenkt. Zum Beispiel von der, wie wir den Lesern so attraktive digitale Angebote machen können, dass diese gar nicht erst auf die Idee kommen, geistiges Eigentum zu klauen.
Da aber nun ohnehin schon jeder ungefragt seine Meinung dazu kundtut, schweige auch ich nicht länger und bekunde hiermit meine Unterstützung für die von einigen Autoren ins Leben gerufene Initiative "Wir sind die Urheber!"
Das ist natürlich überzeichnet, entspricht aber in etwa der Darstellung der jeweiligen Gegenseite in der öffentlichen Diskussion.
Wozu die Aufregung? Ich habe es immer noch nicht so richtig verstanden. Das geltende Urheberrecht sagt nichts darüber aus, mit welchen Mitteln Raubkopierer verfolgt werden sollen oder wer bei Rechtsverletzungen haftet. Es sagt auch nichts darüber, wie digitale Kopien zu schützen sind, oder dass Privatkopierer "kriminalisiert" werden müssen. Wer also gegen ACTA und DRM ist, muss noch lange nicht gegen das geltende Urheberrecht sein.
Die Behauptung, dieses "sei nicht mehr zeitgemäß", finde ich nicht nachvollziehbar. Nur, weil es wesentlich leichter geworden ist, Werke entgegen dem Willen des Urhebers zu nutzen, soll man die Rechtsgrundlage ändern? Mit demselben Argument könnte man auch fordern, Drogen zu legalisieren, weil es wesentlich leichter geworden ist, sie synthetisch herzustellen.
Das Urheberrecht sagt lediglich, dass der Urheber - und niemand sonst - bestimmen darf, wie sein Werk genutzt und verbreitet werden soll. Das Recht dazu darf er an Dritte, auch Verwerter, übertragen. Ich sehe keinen Grund, daran etwas zu ändern.
Ebensowenig glaube ich allerdings, dass es sinnvoll wäre, jetzt schärfere Überwachungsregeln für das Internet einzuführen, um Urheberrechtsmissbräuche auf diese Weise zu bekämpfen. Das würde letztlich uns Urhebern ebenso wie allen anderen Internetnutzern schaden.
Die ganze Debatte halte ich ohnehin für sinnlos, da eine Änderung des Urheberrechts ein massiver Eingriff in das verfassungsrechtlich geschützte Eigentum der Urheber wäre. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine entsprechende Gesetzesänderung auf absehbare Zeit die dafür notwendige Mehrheit finden würde. Es handelt sich hier also um ein politisches Scharmützel, das vielleicht den Piraten bei den anstehenden Wahlen nützt, aber die Buchbranche von wesentlichen Fragestellungen ablenkt. Zum Beispiel von der, wie wir den Lesern so attraktive digitale Angebote machen können, dass diese gar nicht erst auf die Idee kommen, geistiges Eigentum zu klauen.
Da aber nun ohnehin schon jeder ungefragt seine Meinung dazu kundtut, schweige auch ich nicht länger und bekunde hiermit meine Unterstützung für die von einigen Autoren ins Leben gerufene Initiative "Wir sind die Urheber!"
Karl Olsberg - 12. Mai, 11:55
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