Dienstag, 3. November 2009

Karl Olsberg in Wikipedia

Ich fühle mich geehrt: Jemand hat mir einen Eintrag im größten Lexikon der Welt gewidmet.

Ich lege Wert auf die Feststellung, dass ich diesen Beitrag nicht initiiert habe! Ich werde auch nicht konkret daran mitarbeiten, weil ich jegliche Art der (möglicherweise unbewussten) Selbstbeweihräucherung auf Wikipedia strikt ablehne.

Wer Lust hat, den Artikel weiterzuentwickeln (er steht zur Zeit noch auf der Qualitätssicherungs-Liste von Wikipedia, weil Kategorien fehlen) ist natürlich herzlich eingeladen. Fragen dazu beantworte ich gern, entweder hier in den Kommentaren oder per Mail an karlolsberg@googlemail.com.

Dienstag, 27. Oktober 2009

Microsoft enthüllt: Windows 7 wurde von Computern erdacht

Oder hab ich da was falsch verstanden? Nein, da steht es doch ganz deutlich: "Ich bin ein PC. Und Windows 7 war meine Idee."

windows-7-anzeige

Na gut, vermutlich hab ich da doch was falsch verstanden. Die so genannten PCs sind in Wahrheit "ganz normale User", die sich "zu ihrem PC bekennen", wie Microsoft erklärt. Das Ganze ist eine Antwort auf die Anti-Windows-Kampagne von Apple in den USA, in der ein "PC Guy" die vermeintlich typischen Windows-User karikariert.

Dumm nur, dass diese Kampagne in Deutschland keiner kennt. Und so fragt sich Otto Normalanwender auch diesmal wieder: "Was will mir diese Werbekampagne eigentlich sagen?"

Da fällt mir eigentlich nur ein guter alter Rat ein, den Apple zur Einführung des Macintosh in den Achtzigerjahren gab: "Versuchen Sie nicht, ein Computer zu werden!"

Montag, 26. Oktober 2009

Interview auf Media-Mania.de

Im Rahmen der Buchmesse interviewte mich Vera Schott, Gründerin von Media-Mania.de. Das vollständige Interview ist jetzt dort verfügbar. Wer mehr über die Hintergründe von "Schwarzer Regen" wissen will, sollte es lesen.

Samstag, 24. Oktober 2009

Interaktiver Video-Bericht aus Frankfurt

Einen sehr guten Gesamteindruck der diesjährigen Frankfurter Buchmesse bekommt man in einem interaktiven Videobericht, der mit dem neuartigen Yotta-Player realisiert wurde und auf www.media-mania.de zu bewundern ist.

Media-Mania-Gründerin Vera Schott und das Team des Yotta-Players haben illustre Promis, Autoren und Verlagsleute interviewt. Interessant daran: Sie haben sich nicht nur auf spektakuläre Highlights oder das Streitthema "China" konzentriert, sondern auch abseits des Mainstream in den kleineren Verlagen recherchiert und sich detailliert und kompetent wie kaum jemand sonst mit Fragen wie Social Networking, Twitter und E-Books beschäftigt. Auf jeden Fall sehenswert - nicht nur, weil auch ich darin zu Wort komme ;-).

Samstag, 17. Oktober 2009

Lesen und gelesen werden

Nein, hier ist nicht die Rede vom Alltagsleben eines Autors, der natürlich ebenfalls zwischen Lesen und gelesen werden hin und her pendelt. Vielmehr bezieht sich die Überschrift auf eine interessante Entdeckung, die ich diese Woche an einem winzigen Stand auf der Frankfurter Buchmesse machte. Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) aus Saarbrücken präsentierte dort "Text 2.0" - eine neue, interaktive Form des Lesens.

Das Prinzip ist einfach: Während man einen Text auf einem Computermonitor betrachtet, beobachtet eine Augenkamera die Bewegungen der Pupillen und kann so erkennen, welche Wörter man gerade liest. Das ermöglicht verblüffende Effekte. Lese ich zum Beispiel gerade "das Pferd wieherte", erklingt aus dem Monitor tatsächlich ein Wiehern. Das längere Betrachten eines Fremdwortes - vom Computer als Rätseln über die Bedeutung interpretiert - öffnet den entsprechenden Eintrag in einem Lexikon. Ein Name wird beim Lesen durch ein Foto der Person illustriert. Auch Umblättern geschieht durch bloßes Hingucken auf den entsprechenden Pfeil am unteren Seitenende.

Augenkameras werden schon seit den Siebzigerjahren zum Beispiel in der Werbewirkungsforschung eingesetzt, und das Unterlegen von einzelnen Worten mit multimedialem Content ist das Grundprinzip des WWW. Die Technologie hinter "Text 2.0" ist also alles andere als neu. Trotzdem ist die Kombination dieser beiden Elemente verblüffend. Es ist, als ob der Computer plötzlich Gedanken lesen kann - und in gewisser Hinsicht kann er das tatsächlich, denn beim Lesen entstehen die geschriebenen Worte als gesprochene Gedanken in meinem Kopf.

Ich persönlich glaube nicht unbedingt an "wiehernde" Bücher - die Vorstellung eines Geräuschs in meiner Fantasie reicht mir als Lautuntermalung einer Geschichte völlig aus. Aber es gibt sicher eine Menge interessanter Anwendungsmöglichkeiten für "Text 2.0" - von der Nutzung interaktiver Texte und Anwendungen ohne Zuhilfenahme der Hände bis zu Texten, deren Länge sich automatisch der Lesegeschwindigkeit des Nutzers anpasst (überfliege ich einen Text nur, wird er auf das Wesentliche verdichtet). Spannend fände ich auch Computerspiele, die von einer Augenkamera gesteuert werden, so dass man beispielsweise die Bewegungs- und Blickrichtung des Helden mit den Pupillen lenkt.

Wer weiß, vielleicht sind Augenkameras in Laptops und iPhones bald Standard. Dann lesen wir nicht mehr nur, sondern werden gleichzeitig gelesen. Irgendwie eine gruselige Vorstellung.

Samstag, 10. Oktober 2009

Friedensnobelpreis für eine große und mutige Idee

Mir ging es so wie wohl den meisten, als ich gestern von der Verleihung des Friedensnobelpreises an Barack Obama erfuhr. Ich fragte mich: Wofür?

Obama ist kaum ein Dreivierteljahr im Amt, und seine Erfolgsbilanz ist bis jetzt eher dürftig. Die dringend benötigte Reform des US-Gesundheitswesens stockt, seine politischen Gegner werden immer aggressiver und auch seine außenpolitische Friedensoffensive, die jetzt ausgezeichnet wird, hat bisher kaum etwas an den globalen Spannungen geändert. Die Taliban gewinnen in Afghanistan weiter an Boden, Pakistan bleibt ein gefährliches Pulverfass, der Nahost-Konflikt ist so weit von einer Lösung entfernt wie eh und je, und der Iran bastelt weiter an seiner Bombe.

Verständlich, dass ihm das Nobelpreis-Kommittee in dieser kritischen Phase seiner Amtszeit den Rücken stärken wollte. Aber kann das die Aufgabe des Nobelpreises sein - Politikern mit noblen Absichten Zuspruch zu geben, oder ihnen gar eine "Zwangsjacke von Erwartungen" anzulegen? Ist das fair gegenüber den anderen Preisträgern, die oft jahrzehntelang für eine bessere Welt kämpfen mussten, bevor ihre Leistung anerkannt wurde, oder die gar ihre alten Differenzen in heroischer Weise überbrückten und echten Frieden zwischen Feinden schufen, wie 1978 Anwar as-Sadat und Menachem Begin? Ist es fair gegenüber den vielen anderen Kandidaten, die den Preis jetzt nicht bekommen?

"Der Gutmensch Obama wird das Geld bestimmt spenden", kommentierte ein Kollege. "Gutmensch" - das klingt abfällig, fast wie "Aufschneider". Wir misstrauen jemandem, der eine großzügige Geste zeigt, weil wir eine verdeckte Absicht dahinter vermuten - besonders bei einem Politiker. Und als Obama Anfang April in Prag verkündete, er wolle die Welt zu einer atomwaffenfreien Zone machen, waren wir skeptisch - ich auch.

Doch sind es nicht gerade solche Visionen, die die Welt verändern können? Ist es nicht bemerkenswert, dass der oberste Befehlshaber der größten Atomstreitmacht der Welt öffentlich für deren Abschaffung plädiert? Ist dies nicht ein ungeheuer mutiger Schritt, der allein schon die höchste aller Auszeichnungen rechtfertigt?

Vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte des Preises wird nicht eine Tat ausgezeichnet, sondern eine Absicht, nicht die Vergangenheit, sondern eine mögliche Zukunft. Und das vor dem Hintergrund der realen Gefahr eines Atomkriegs im nahen Osten, die immer noch von vielen unterschätzt wird.

Das Nobelpreiskommittee muss sich darüber klar gewesen sein, dass seine Entscheidung weltweites Kopfschütteln auslösen wird. Es war schon deshalb eine mutige Entscheidung. Aber es war vermutlich auch eine Entscheidung im Sinne von Alfred Nobel, der den Preis ja auch deshalb gestiftet hat, weil er seiner Erfindung hochwirksamer Sprengstoffe etwas Positives, Konstruktives entgegen setzen wollte.

Mit Barack Obama wird ein Mann für seine Weitsicht und seinen Mut ausgezeichnet. Ich hoffe, dass dieser Preis dazu beiträgt, das wunderschöne Mem einer atomwaffenfreien Welt in möglichst vielen Köpfen festzusetzen. Falls das gelingt, war dies vielleicht die klügste Entscheidung, die das Nobelpreiskommittee je getroffen hat.

Congratulations, Mr. Obama!

Montag, 5. Oktober 2009

Demokratie ist nichts für Feiglinge

Demokratie ist ein labiles Gebilde. Das habe ich in meinem neuen Roman „Schwarzer Regen“ darzustellen versucht, indem ich die Folgen eines fürchterlichen Anschlags in Deutschland schildere, die von Rechtspopulisten rücksichtslos ausgenutzt werden. Schon mehrfach in der Geschichte sind scheinbar stabile Demokratien von skrupellosen Diktatoren unterworfen worden – wer wüsste das besser als wir Deutschen? Andererseits hat der Fall der Mauer vor 20 Jahren gezeigt, dass das kollektive Wagnis, seine Meinung auch entgegen dem offiziellen Maulkorb zu äußern, einen autoritären Staat zu Fall bringen kann.

Demokratie braucht solchen Mut. Den Mut zum Beispiel, das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht nur wahrzunehmen, sondern gegen jeden Versuch der Manipulation und Unterdrückung zu verteidigen. Nur, wenn wir diesen Mut täglich neu beweisen, können wir unsere Freiheit dauerhaft aufrecht erhalten. Das ist kein Plädoyer für „Meinungsfreiheit ohne Grenzen“, wie sie die Piratenpartei fordert – auch das Recht auf freie Meinungsäußerung muss Schranken kennen, etwa bei der Diffarmierung, der Volksverhetzung, der Verletzung der Würde von Menschen oder der Achtung von Urheberrechten. Doch diese Grenzen sind, unter anderem im Grundgesetz, hinreichend definiert. Wer sie übertritt, kann und soll vor Gericht dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

Etwas ganz anderes ist es, wenn der Droste-Verlag einen Krimi nicht veröffentlicht, weil eine „Islam-Expertin“ zu dem Schluss kommt, er enthalte Passagen, die „gefährlich“ seien. Passagen wie „Schiebt euch euren Koran doch …“, die im Roman wohl gemerkt von einer fiktiven Figur gesagt werden.

Diese Art von vorauseilendem Gehorsam gegenüber Leuten, die möglicherweise das deutsche Recht brechen und damit die „Sicherheit der Mitarbeiter oder der Familie“ des Verlegers bedrohen könnten, finde ich erbärmlich. Sie ist die übelste Form von Feigheit, die mir bisher im deutschen Literaturbetrieb begegnet ist.

Aber sie ist nicht nur feige, sie ist auch diffarmierend, denn sie unterstellt den in Deutschland lebenden Moslems, dass diese sofort mordlüstern auf jeden los gehen, der etwas sagt oder schreibt, was auch nur entfernt einer Kränkung ihrer religiösen Gefühle ähneln könnte. Folgerichtig nutzen rechtsradikale Blogs auf der ganzen Welt den Rückzieher als Steilvorlage, um ihre Hasstiraden gegen den Islam loszulassen.

Herzlichen Glückwunsch, Herr Droste – Sie haben sich selbst, Ihrem Verlag, der deutschen Demokratie und den Millionen Moslems, die in Frieden bei uns leben und die deutschen Gesetze achten, einen Bärendienst erwiesen! Duckmäuser wie Sie haben die Freiheit, die sie genießen, eigentlich nicht verdient.

Der Autorin Gabriele Brinkmann aka W.W.Domsky wünsche ich, dass sie schnell einen neuen Verlag findet. Ich rate ihr, das Manuskript parallel kostenlos im Internet zu veröffentlichen. So wird es rasch viele Leser finden, und wie zahllose Beispiele belegen, werden dennoch viele das Buch kaufen. Ein Bestseller ist vorprogrammiert.

Oder war das am Ende das Kalkül des Herrn Droste? Ein medienträchtiger Rückzieher, der dann nach einem öffentlichen Aufschrei doch wieder zurück genommen und zum Selbstläufer im Handel wird? Nein, so viel Abgebrühtheit möchte ich ihm dann doch nicht unterstellen.

Freitag, 2. Oktober 2009

Neue Website live!

Nun ist sie endlich fertig, die neue Karl Olsberg Website, zu erreichen unter www.karlolsberg.de oder www.karl-olsberg.de. Noch gibt es ein paar Kinderkrankheiten wie nicht funktionierende Links, die sicher in den nächsten Tagen behoben werden. Insgesamt aber finde ich, dass die Website großartig geworden ist. Silvia Paskalew und ihrem Team beim Aufbau-Verlag deshalb noch einmal an dieser Stelle ein ganz dickes Dankeschön!!!

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