Schwarzer Regen - die Figuren (3)
In dieser kleinen Serie lasse ich die Figuren meines neuen Romans "Schwarzer Regen", der im Herbst 2009 erscheint, sich selbst vorstellen.
Mein Name ist Corinna Faller. Ein Kollege hat mir mal einen Spruch über meinen Schreibtisch gepinnt: "Im Falle eines Falles weiß Faller immer alles". Ich fand es damals ganz lustig und fühlte mich sogar geschmeichelt, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob es wirklich als Kompliment gemeint war.
Die meisten Menschen mögen es nicht besonders, wenn man in ihrem Privatleben herum wühlt und die kleinen, schmutzigen Details in die Öffentlichkeit zerrt. Aber das ist nun mal mein Job. Ich bin leitende Redakteurin bei der Illustrierten Rasant, Ressort "Leute von Heute". Manche nennen mich eine Klatschjournalistin, und das ist so ziemlich das Netteste, das die Schönen und Reichen über mich sagen. Dabei brauchen die mich doch genau so dringend wie ich sie. Wenn man heutzutage nicht permanent in den Medien ist, dann ist man ein Niemand. Und die Leute lesen nun mal lieber über eine Scheidung als über eine Hochzeit, interessieren sich mehr für heimliche Affären als für frisch Verliebte. Ich bediene da nur einen Markt, der so alt ist wie die Menschheit.
Wenn man so oft und so genau hinter die Kulissen guckt wie ich, dann sieht man eine Menge Schmutz. So dachte ich, dass mir kein Abgrund menschlicher Verlogenheit und Niedertracht fremd sei. Doch als dann die Sache in Karlsruhe geschah, begann ich zu begreifen, dass ich noch gar nichts gesehen hatte. Und erst allmählich wurde mir klar, wie recht ich damit hatte.
Früher habe ich mich irgendwie unbesiegbar gefühlt. Die Promis hatten ihren Ruhm und all ihr Geld, und ich gebe zu, dass ich sie manchmal darum beneidet habe. Doch sie waren die Gejagten und ich der Jäger. Erst, seit ich den schwarzen Regen auf meiner Haut gespürt habe, weiß ich wirklich, was Angst ist. Nackte, kalte Angst, die mir im Spiegel auflauert, die mich im Schlaf wimmern lässt, die mir überall hin folgt wie ein Schatten.
Angst, die mich nie wieder loslassen wird, so lange ich lebe.
Mein Name ist Corinna Faller. Ein Kollege hat mir mal einen Spruch über meinen Schreibtisch gepinnt: "Im Falle eines Falles weiß Faller immer alles". Ich fand es damals ganz lustig und fühlte mich sogar geschmeichelt, obwohl ich mir nicht sicher bin, ob es wirklich als Kompliment gemeint war.
Die meisten Menschen mögen es nicht besonders, wenn man in ihrem Privatleben herum wühlt und die kleinen, schmutzigen Details in die Öffentlichkeit zerrt. Aber das ist nun mal mein Job. Ich bin leitende Redakteurin bei der Illustrierten Rasant, Ressort "Leute von Heute". Manche nennen mich eine Klatschjournalistin, und das ist so ziemlich das Netteste, das die Schönen und Reichen über mich sagen. Dabei brauchen die mich doch genau so dringend wie ich sie. Wenn man heutzutage nicht permanent in den Medien ist, dann ist man ein Niemand. Und die Leute lesen nun mal lieber über eine Scheidung als über eine Hochzeit, interessieren sich mehr für heimliche Affären als für frisch Verliebte. Ich bediene da nur einen Markt, der so alt ist wie die Menschheit.
Wenn man so oft und so genau hinter die Kulissen guckt wie ich, dann sieht man eine Menge Schmutz. So dachte ich, dass mir kein Abgrund menschlicher Verlogenheit und Niedertracht fremd sei. Doch als dann die Sache in Karlsruhe geschah, begann ich zu begreifen, dass ich noch gar nichts gesehen hatte. Und erst allmählich wurde mir klar, wie recht ich damit hatte.
Früher habe ich mich irgendwie unbesiegbar gefühlt. Die Promis hatten ihren Ruhm und all ihr Geld, und ich gebe zu, dass ich sie manchmal darum beneidet habe. Doch sie waren die Gejagten und ich der Jäger. Erst, seit ich den schwarzen Regen auf meiner Haut gespürt habe, weiß ich wirklich, was Angst ist. Nackte, kalte Angst, die mir im Spiegel auflauert, die mich im Schlaf wimmern lässt, die mir überall hin folgt wie ein Schatten.
Angst, die mich nie wieder loslassen wird, so lange ich lebe.
Karl Olsberg - 27. Apr, 14:20
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