Die Spatzen pfeifen es von den Dächern
Als ich Ende 2006 zum ersten Mal auf das damals noch brandneue Twitter (engl. „Gezwitscher“) stieß, schüttelte ich den Kopf vor Unverständnis. Da berichteten mitteilungsfreudige Freaks, dass sie sich gerade einen Kaffee kochten, Mathe büffelten oder jetzt gleich ins Kino gingen. Ich hatte keine Ahnung, wo der Vorteil liegen sollte, wenn man Mitteilungen künstlich auf 140 Zeichen beschränkte, obwohl diese überwiegend nicht als SMS versandt werden, um damit dann solche Trivialitäten auszutauschen. Schon damals jedoch hat Twitter-Gründer Jack Dorsey etwas sehr Kluges gesagt: „Wir haben keine Ahnung, was die User mit unserem Service machen werden. Wir stellen ihn einfach hin und schauen zu.“
Drei Jahre nach der Twitter-Gründung zeigt sich, dass der Service seine unglaubliche Popularität zu recht hat. Denn spätestens seit der spektakulären Notlandung eines Airbus A320 auf dem Hudson River, die als erstes per „Tweet“ übermittelt wurde, ist die Relevanz des jungen Mediums für die Nachrichtenübermittlung klar. Immer noch ist der größte Teil der Tweets an Trivialität kaum zu überbieten, aber das gilt bekanntlich auch für Blogs und Websites. Das eine Prozent relevanter Inhalte aber hat durch Twitter enorm an Verbreitungsgeschwindigkeit gewonnen. Besonders eindrucksvoll zeigt sich das in diesen Tagen, in denen Twitter offenbar die Geheimwaffe der iranischen Opposition gegen Wahlfälschung und Repressalien des Regimes ist. Man könnte sagen, die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass Ahmadinedschads Tage gezählt sind.
Wenn man sich das Internet als eine Art gigantisches neuronales Netz vorstellt, als „global Brain“, dann erfüllt Twitter die Funktion von Nervenimpulsen, die dafür sorgen, dass bestimmte Regionen des Netzes „aktiviert“ werden. Da Tweets zu kurz sind, um relevante Inhalte im Detail zu übermitteln, dienen sie inzwischen im Wesentlichen der Aufmerksamkeitssteigerung: Schau mal auf diese Website, lies mal jenen Blogbeitrag. Diese Funktion ist sehr wesentlich, denn sie beschleunigt die Funktionsweise des neuronalen Netzes, und damit seine „Intelligenz“, erheblich.
Für mich ist Twitter ein eindrucksvolles Beispiel, wie eine revolutionäre Anwendung durch simples Anwenden des Prinzips von Versuch und Irrtum entstehen kann. Die memetische Evolution ist wieder ein bisschen beschleunigt worden. Ich bin gespannt, was für Gezwitscher wir demnächst noch hören werden.
Drei Jahre nach der Twitter-Gründung zeigt sich, dass der Service seine unglaubliche Popularität zu recht hat. Denn spätestens seit der spektakulären Notlandung eines Airbus A320 auf dem Hudson River, die als erstes per „Tweet“ übermittelt wurde, ist die Relevanz des jungen Mediums für die Nachrichtenübermittlung klar. Immer noch ist der größte Teil der Tweets an Trivialität kaum zu überbieten, aber das gilt bekanntlich auch für Blogs und Websites. Das eine Prozent relevanter Inhalte aber hat durch Twitter enorm an Verbreitungsgeschwindigkeit gewonnen. Besonders eindrucksvoll zeigt sich das in diesen Tagen, in denen Twitter offenbar die Geheimwaffe der iranischen Opposition gegen Wahlfälschung und Repressalien des Regimes ist. Man könnte sagen, die Spatzen pfeifen von den Dächern, dass Ahmadinedschads Tage gezählt sind.
Wenn man sich das Internet als eine Art gigantisches neuronales Netz vorstellt, als „global Brain“, dann erfüllt Twitter die Funktion von Nervenimpulsen, die dafür sorgen, dass bestimmte Regionen des Netzes „aktiviert“ werden. Da Tweets zu kurz sind, um relevante Inhalte im Detail zu übermitteln, dienen sie inzwischen im Wesentlichen der Aufmerksamkeitssteigerung: Schau mal auf diese Website, lies mal jenen Blogbeitrag. Diese Funktion ist sehr wesentlich, denn sie beschleunigt die Funktionsweise des neuronalen Netzes, und damit seine „Intelligenz“, erheblich.
Für mich ist Twitter ein eindrucksvolles Beispiel, wie eine revolutionäre Anwendung durch simples Anwenden des Prinzips von Versuch und Irrtum entstehen kann. Die memetische Evolution ist wieder ein bisschen beschleunigt worden. Ich bin gespannt, was für Gezwitscher wir demnächst noch hören werden.
Karl Olsberg - 18. Jun, 19:53
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