Was wäre, wenn?
Diese Frage stellen sich Schriftsteller häufig, und sie ist sehr bestimmend für unsere Arbeit. Für "Das System" habe ich mich zum Beispiel gefragt, "Was wäre, wenn das Internet plötzlich denken könnte?" Erst im zweiten Schritt kam dann die Frage hoch, wie das Internet denn denken lernen könnte. In meinem neuen Roman "Schwarzer Regen" lautet die zentrale Frage: "Was wäre, wenn mitten in Deutschland ein nuklearer Terroranschlag mit vielen tausend Toten geschähe?" Wie würde es Deutschland, wie die direkt betroffenen Menschen verändern?
Doch nicht nur Schrifsteller stellen sich solche Fragen, wie eine Enthüllung aus den Archiven der US-Regierung zeigt. Richard Nixon musste sich 1969 mit der sehr realistischen Möglichkeit auseinander setzen, dass die erste Mondlandung schief gehen könnte. Tatsächlich sind die Astronauten nur knapp an einer Bruchlandung vorbei geschrammt - das Landegebiet war aus der Nähe betrachtet längst nicht so eben wie erwartet, und im Tank war zum Zeitpunkt des Aufsetzens noch Treibstoff für 17 Sekunden.
Eines der wahrscheinlichsten Szenarios war, dass es die Mondlandefähre Eagle nicht schaffen würde, vom Mond abzuheben. Keine unbegründete Sorge angesichts der Tatsache, dass niemand je zuvor versucht hatte, im Vakuum von einem fremden Himmelskörper abzuheben. In einem solchen Fall hätte Nixon nur wenig Zeit gehabt, sich auf die Situation einzustellen und an die Öffentlichkeit zu treten. Also dachte er - bzw. sein Redenschreiber - voraus und formulierte eine Trauerrede, die zum Glück nie gehalten werden musste. Der fast schon sarkastische erste Satz lautet: "Das Schicksal hat bestimmt, dass die Männer, die zum Mond flogen, um dort in Frieden zu forschen, auf dem Mond bleiben werden, um dort in Frieden zu ruhen."
Ich bin froh, dass wir diesen Satz nie hören mussten.
Allerdings wünschte ich mir manchmal, Politiker wären immer so vorausschauend und würden sich auf den Fall des Misserfolgs ebenso gut vorbereiten wie auf den Erfolgsfall - oder diese Möglichkeit wenigstens mit in ihr Kalkül einbeziehen. Aber vielleicht hat ja Angela Merkel auch schon eine "Trauerrede" in der Schublade: "Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, bedauerlicherweise hat sich unser massives Konjunkturprogramm im Nachhinein als Strohfeuer heraus gestellt. Aufgrund der fortdauernden Wirtschaftsflaute, der immer noch hohen Arbeitslosenzahlen und Sozialkosten in Deutschland und der Rekord-Staatsverschuldung muss die Bundesregierung daher leider Insolvenz anmelden ..."
Doch nicht nur Schrifsteller stellen sich solche Fragen, wie eine Enthüllung aus den Archiven der US-Regierung zeigt. Richard Nixon musste sich 1969 mit der sehr realistischen Möglichkeit auseinander setzen, dass die erste Mondlandung schief gehen könnte. Tatsächlich sind die Astronauten nur knapp an einer Bruchlandung vorbei geschrammt - das Landegebiet war aus der Nähe betrachtet längst nicht so eben wie erwartet, und im Tank war zum Zeitpunkt des Aufsetzens noch Treibstoff für 17 Sekunden.
Eines der wahrscheinlichsten Szenarios war, dass es die Mondlandefähre Eagle nicht schaffen würde, vom Mond abzuheben. Keine unbegründete Sorge angesichts der Tatsache, dass niemand je zuvor versucht hatte, im Vakuum von einem fremden Himmelskörper abzuheben. In einem solchen Fall hätte Nixon nur wenig Zeit gehabt, sich auf die Situation einzustellen und an die Öffentlichkeit zu treten. Also dachte er - bzw. sein Redenschreiber - voraus und formulierte eine Trauerrede, die zum Glück nie gehalten werden musste. Der fast schon sarkastische erste Satz lautet: "Das Schicksal hat bestimmt, dass die Männer, die zum Mond flogen, um dort in Frieden zu forschen, auf dem Mond bleiben werden, um dort in Frieden zu ruhen."
Ich bin froh, dass wir diesen Satz nie hören mussten.
Allerdings wünschte ich mir manchmal, Politiker wären immer so vorausschauend und würden sich auf den Fall des Misserfolgs ebenso gut vorbereiten wie auf den Erfolgsfall - oder diese Möglichkeit wenigstens mit in ihr Kalkül einbeziehen. Aber vielleicht hat ja Angela Merkel auch schon eine "Trauerrede" in der Schublade: "Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, bedauerlicherweise hat sich unser massives Konjunkturprogramm im Nachhinein als Strohfeuer heraus gestellt. Aufgrund der fortdauernden Wirtschaftsflaute, der immer noch hohen Arbeitslosenzahlen und Sozialkosten in Deutschland und der Rekord-Staatsverschuldung muss die Bundesregierung daher leider Insolvenz anmelden ..."
Karl Olsberg - 8. Jul, 19:15
0 Kommentare - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks










Trackback URL:
http://karlolsberg.twoday.net/stories/5810840/modTrackback