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Donnerstag, 28. August 2008

Viren im Weltraum

Der Angriff außerirdischer Killerviren war das Thema des ersten Thrillers, den ich im zarten Alter von 10 Jahren gelesen habe und der mein Schreiben bis heute prägt: "Andromeda" von Michael Crichton. Dass es auch umgekehrt geht, dass nämlich (Computer-)Viren von der Erde in den Weltraum vordringen können, habe ich im ersten Kapitel von "Das System" unterstellt.

Eine aktuelle Meldung der SPIEGEL-Netzwelt bestätigt, dass dies nicht nur die kühne Idee eines Autors ist, sondern kalte Realität: Einige Computer an Bord der ISS wurden - offenbar nicht zum ersten Mal - von einem Virus befallen.

Bemerkenswert daran ist, dass sich niemand erklären kann, wie die Malware trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen an Bord gelangen und sich dort ausbreiten(!) konnte. Das zeigt wieder einmal, dass die von uns geschaffene Technik ein unerwünschtes Eigenleben von erstaunlicher Hartnäckigkeit entwickeln kann und dass es entsprechend schwierig ist, die einmal gerufenen Geister wieder los zu werden.

Wer weiß, vielleicht gelingt ja eines Tages den Computerviren, was Menschen wohl auf lange Sicht verwehrt bleiben wird: Das Erobern ferner Planetensysteme oder gar Galaxien. Immerhin können sie nämlich im Unterschied zu uns schon heute mit Lichtgeschwindigkeit reisen.
Compiler (Gast) - 3. Sep, 16:04

Logische Alternative

Computerprogramme sind in dieser Hinsicht dem Menschen klar überlegen. Sie müssen nicht atmen oder einen vor kosmischer Strahlung schützenden Raumanzug tragen. Darum wäre es nur logisch autonome Systeme zur Erkundung auszuschicken.

"Immerhin können sie nämlich im Unterschied zu uns schon heute mit Lichtgeschwindigkeit reisen." (Karl Olsberg)

Ich schaue gelegentlich AlphaCentauri und da wurde auch mal überlegt, was wäre, wenn sich Astronauten mit annähernd Lichtgeschwindigkeit fortbwegen würden. Neben dem, dass die umherfliegenden Teilchen wie ein Hagelsturm auf den menschlichen Körper prasseln würden, wäre die mittlerweile bei Rückehr ein (womöglich) menschleerer Planet. Denn nach der Relativitätstheorie ist die Zeit für die Astronauten im Raumschiff viel langsamer vergangen, als außerhalb auf der Erde - wenn ich mich noch recht erinnere.

Karl Olsberg - 3. Sep, 18:21

Ein kleiner Haken

Was das Problem der Zeit-Dilatation angeht, hängt es von der Entfernung ab. Bei 100% Lichtgeschwindigkeit vergeht für den Astronauten überhaupt keine Zeit, während für die Bewohner seines Ursprungsorts exakt die Zeit vergeht, die das Licht braucht, um die gewählte Strecke zurückzulegen. Eine lichtschnelle Reise z.B. nach Alpha Centauri wäre also "kein Problem".

Die Idee mit autonomer Software als "Erkundungstrupp" hat natürlich einen kleinen Haken: Das funktioniert nur, wenn am anderen Ende ein Computer steht, der die Software ausführt. Denkbar wäre aber, dass man an Außerirdische eine Botschaft sendet, die eine Bauanleitung für einen Computer enthält, ähnlich, wie dies Carl Sagan in "Contact" beschrieben hat. Wenn die dann die Bauanleitung nicht verstehen oder nicht ausführen, nützt es auch nichts. Insofern fliegen wir vielleicht doch lieber selber hin, bzw. schicken Roboter.
Compiler (Gast) - 4. Sep, 00:33

Kleiner Nachtrag

Mit dem Begriff autonomer Systeme meinte ich in erster Linie Roboter und weniger reine Software. War wohl zu undeutlich ausgedrückt - hin und wieder ein Nachteil der menschlichen Sprache :-)

"Insofern fliegen wir vielleicht doch lieber selber hin, bzw. schicken Roboter." (Karl Olsberg)

Gefühlsmäßig hätte das eine völlig andere Qualität, wenn ein Mensch direkt miterlebt, wie eine neue Galaxie, vielleicht sogar bewohnt, entdeckt wird.

antivirus (Gast) - 24. Aug, 17:25

gibts ja nicht

Wie kann bitteschön ein Virus auf dem Rechner der ISS sein. Die werden doch nicht im Internet surfen daoben, oder ;-)

Karl Olsberg - 24. Aug, 18:36

Computerviren sind deutlich älter ...

... als das World Wide Web - ich habe mir meinen ersten in den Achtzigern per Diskette eingefangen. Und vermutlich sind im Herzen diverser Betriebssysteme auch Fragemente von Virencode enthalten, so wie auch das menschliche Genom Überreste von Viren enthält, die sich dort eingeschleust haben. So ist übrigens zu erklären, dass Teichmolche ein zehnmal so großes Genom haben wie Menschen, obwohl sie als Lebewesen keineswegs komplexer aufgebaut sind als wir.

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