Autsch!
"The first draft of anything is shit", hat einmal Ernest Hemingway gesagt, von dem man nicht glauben würde, dass er jemals auch nur einen Satz "shit" geschrieben hat. Tatsächlich ist er dafür bekannt, seine Geschichten bis zu 15 mal umgeschrieben zu haben.
Wie recht er hatte, habe ich gestern wieder einmal zu spüren bekommen, als meine erste und härteste Testleserin - meine Frau - mir ihre Meinung zu meinem neuen Roman gesagt hat. Die gute Nachricht: Die erste Hälfte gefiel ihr ausgezeichnet. Ich muss also nur etwa 250 Seiten noch mal neu schreiben.
Leider stimmt ihre Kritik auf den Punkt. Ich hatte selbst schon so ein blödes Bauchgefühl, dass mit der zweiten Hälfte etwas nicht stimmt. Ich habe das aber auf die allgemeine Unsicherheit geschoben, die mich immer befällt, wenn ich ein Manuskript beendet habe und nicht mehr so genau weiß, was da eigentlich drin steht. "Wenn man das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt, dann stimmt das meistens" steht in "Lore´s Law", dem "Grundgesetz" der Werbeagentur Scholz & Friends. Stimmt, kann ich dazu nur sagen.
Ein Teil von mir möchte nach einer solchen Kritik in eine monatelange Depression verfallen, und manchem Schriftsteller passiert das vielleicht auch. Ich kann gut verstehen, warum: Bücher sind unsere Kinder, und wer hört schon gern, dass sein Kind hässlich ist? Aber im Unterschied zu Eltern können wir unsere Kinder ändern, notfalls ganz neu erschaffen. Und so erfüllt mich berechtigte Kritik nach dem ersten Verdauen des Schocks zum Glück eher mit Energie und Tatkraft.
Es liegt also noch einige Arbeit vor mir, und ich bin heilfroh, dass bisher niemand sonst das Manuskript gesehen hat. Aber ich bin guter Hoffnung, dass ich das Buch retten kann. Immerhin war es auch bei "Das System" und "Der Duft" so, dass der erste Entwurf "shit" war.
Vielleicht liegt in solchen Rückschlägen auch etwas Gutes. Denn lernen kann man bekanntlich vor allem aus Fehlern. Und: "Je besser man schreibt, umso schwerer wird es", hat Hemingway auch gesagt. Wenn das wahr ist, dann bin ich gestern ein bisschen besser geworden. Danke, Carolin!
Wie recht er hatte, habe ich gestern wieder einmal zu spüren bekommen, als meine erste und härteste Testleserin - meine Frau - mir ihre Meinung zu meinem neuen Roman gesagt hat. Die gute Nachricht: Die erste Hälfte gefiel ihr ausgezeichnet. Ich muss also nur etwa 250 Seiten noch mal neu schreiben.
Leider stimmt ihre Kritik auf den Punkt. Ich hatte selbst schon so ein blödes Bauchgefühl, dass mit der zweiten Hälfte etwas nicht stimmt. Ich habe das aber auf die allgemeine Unsicherheit geschoben, die mich immer befällt, wenn ich ein Manuskript beendet habe und nicht mehr so genau weiß, was da eigentlich drin steht. "Wenn man das Gefühl hat, dass etwas nicht stimmt, dann stimmt das meistens" steht in "Lore´s Law", dem "Grundgesetz" der Werbeagentur Scholz & Friends. Stimmt, kann ich dazu nur sagen.
Ein Teil von mir möchte nach einer solchen Kritik in eine monatelange Depression verfallen, und manchem Schriftsteller passiert das vielleicht auch. Ich kann gut verstehen, warum: Bücher sind unsere Kinder, und wer hört schon gern, dass sein Kind hässlich ist? Aber im Unterschied zu Eltern können wir unsere Kinder ändern, notfalls ganz neu erschaffen. Und so erfüllt mich berechtigte Kritik nach dem ersten Verdauen des Schocks zum Glück eher mit Energie und Tatkraft.
Es liegt also noch einige Arbeit vor mir, und ich bin heilfroh, dass bisher niemand sonst das Manuskript gesehen hat. Aber ich bin guter Hoffnung, dass ich das Buch retten kann. Immerhin war es auch bei "Das System" und "Der Duft" so, dass der erste Entwurf "shit" war.
Vielleicht liegt in solchen Rückschlägen auch etwas Gutes. Denn lernen kann man bekanntlich vor allem aus Fehlern. Und: "Je besser man schreibt, umso schwerer wird es", hat Hemingway auch gesagt. Wenn das wahr ist, dann bin ich gestern ein bisschen besser geworden. Danke, Carolin!
Karl Olsberg - 28. Nov, 09:35
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