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Ein kleiner Schritt für einen Käfer, ein großer Sprung für die Maschinen

In der Agenten-Komödie "Get Smart" gibt es eine Szene, in der der Superagent reaktionsschnell eine Fliege aus der Luft fängt, zerquetscht und in den Mülleimer wirft - sehr zur Frustration zweier Techniker, die den Mini-Roboter nach dem Modell einer Stubenfliege konstruiert hatten. Ich habe, wie alle im Kino, an der Stelle gelacht und mir gedacht, na ja, bis wir etwas so Perfektes konstruieren können wie eine Stubenfliege, werden wohl noch ein paar Jahre ins Land gehen.

Die naheliegende Idee, gar nicht die Stubenfliege nachzubauen, sondern ihr lediglich einen kleinen Chip mit einem Funkempfänger und ein paar Elektroden zur Fernsteuerung einzupflanzen, ist mir damals nicht in den Sinn gekommen. Genau dies ist Forschern der Darpa, der Forschungseinrichtung des US-Verteidigungsministeriums, jetzt gelungen: Sie haben den ersten ferngesteuerten Käfer der Welt präsentiert. Angeblich, um damit in naher Zukunft "Überwachungs- und Rettungsmissionen" durchführen zu können, aber Kampfeinsätze mit Gift oder biologischen Waffen sind natürlich ebenfalls denkbar. Ein gespenstisches Video zeigt, wie das funktioniert.

Das Gruselige daran ist für mich nicht die Vorstellung, es bald mit einer Armada von giftigen Stechmücken zu tun zu bekommen. Das Gruselige ist, dass hier - anders etwa als bei einem Pferd und seinem Reiter - nicht der Mensch, sondern eine Maschine das Lebewesen kontrolliert!

Dieser Unterschied ist sehr entscheidend, denn er bedeutet, dass der Mensch für diese Fremdbestimmung der Natur gar nicht mehr notwendig ist. Sollten eines Tages tatsächlich Millionen ferngesteuerte Käfer über den Feind herfallen, wäre es auch äußerst unpraktisch, wenn jeder von einem Menschen gesteuert würde - Maschinen können das viel besser. Und wenn wir schon dabei sind, warum nicht auch gleich die Soldaten von Maschinen fernsteuern lassen? Dann gehorchen sie wenigstens jedem Befehl! Wer braucht da noch humanoide Roboter?

Zum ersten Mal wird eine Maschine zum direkten Herrscher über ein Lebewesen (indirekt beherrschen sie uns ja schon länger, wie ich hier des öfteren argumentiert habe). Theoretisch können sich nun endlich auch Computerviren in Lebewesen fortpflanzen - zumindest jedenfalls in den Steuerrechnern hinter der Fernsteuerung.

Gegen diesen Schritt der Maschinen aus der unbelebten in die belebte Welt wirkt die Mondlandung beinahe wie ein Flohhüpfer.

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