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Energieeinsatz fürs Lesen

Die großen Energiekonzerne, unter ihnen Vattenfall, stehen mal wieder unter dem Verdacht, die Verbraucher abzuzocken, indem sie weniger Strom produzieren, als sie könnten, und so die Preise künstlich hoch halten.

Wie in einem Thriller ist auch in der Presse die Unterscheidung zwischen Gut und Böse trennscharf. Dabei wird in der Regel der Gegensatz zwischen "den Konzernen" (in der Regel die Bösen) und "dem Verbraucher" (immer der Gute) gemacht, so als wären Unternehmen irgendwelche mysteriösen, unmenschlichen Gebilde. Wer wie ich als Unternehmensberater solche Unternehmen von innen kennenlernt, merkt schnell, dass die Wirklichkeit nicht so schwarz-weiß ist.

Damit will ich hier niemandem eine Absolution erteilen - ob die Energieversorger sich an die Regeln des Wettbewerbsrechts halten oder nicht, muss das Kartellamt klären. Aber Unternehmen sind eben nicht irgendwelche abstrakten Gebilde, sondern Organisationen aus Menschen - Menschen, die sich um ihre Zukunft sorgen und sich für ihr Unternehmen, ihre Arbeitsplätze und manchmal auch für ihre Stadt engagieren.

Dieses Engagement konnte ich gestern besonders deutlich spüren, als ich im Rahmen der Vattenfall Lesetage aus "Der Duft" gelesen habe. Wie auch schon ein Jahr zuvor war der Abend perfekt organisiert, das Ambiente sehr eindrucksvoll (eine elegante Halle in einem Glasbau der Deutscher Ring Versicherung mit dem Hamburger Michel als Kulisse), die Betreuung äußerst herzlich.

Vor allem hat mich der persönliche Einsatz der beteiligten Vattenfall-Mitarbeiter/innen beeindruckt. Frau Mazurowski, die meine Lesung betreute und moderierte, und viele Kolleginnen und Kollegen engagieren sich in ihrer Freizeit für das Lesefestival, das eines der größten und ältesten seiner Art ist. Sie erhalten dafür weder Geld noch Freizeitausgleich, sie tun das einfach aus Spaß an der Sache. Natürlich unterstützt Vattenfall die Veranstaltungsreihe finanziell und nutzt sie auch zu PR-Zwecken, aber man merkt doch deutlich, dass dies keine typische "Konzern-Marketingmaßnahme" ist, sondern eine Initiative einzelner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Bei aller möglicherweise berechtigter Kritik an der Preispolitik der Energieversorger sollte man dieses Engagement zu schätzen und zu würdigen wissen. Ich jedenfalls war gern dabei und bedanke mich herzlich bei allen, die sich für die Lesetage eingesetzt haben und noch einsetzen. Solche Initiativen können wir gut gebrauchen!

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