Schwarzer Regen - die Figuren (4)
In dieser kleinen Serie lasse ich die Figuren meines neuen Romans "Schwarzer Regen", der im Herbst 2009 erscheint, sich selbst vorstellen.
Mein Name ist Fabienne Berger. Ich verkaufe Blumen in dem kleinen Laden nahe der Bushaltestelle, vormittags, wenn mein Sohn Max in die Schule geht. Das Leben ist nicht immer leicht, wenn man alleinerziehend ist und nicht viel Geld hat, aber ich habe eigentlich keinen Grund, mich zu beklagen. Mein Sohn ist mein ganzes Glück, und meine beste Freundin Nora wohnt gleich nebenan und hilft mir aus, wenn ich ihn mal unterbringen muss. So war mein Leben eigentlich ganz in Ordnung - bis zu dem Tag, an dem ich Lennard Pauly kennenlernte.
Glauben Sie an Schicksal? Ich schon. Irgendetwas ist jedenfalls da draußen, da bin ich sicher. Etwas, das über uns wacht, uns zuhört und uns manchmal Hinweise gibt, was wir im Leben anders machen sollten.
Ich benutze Tarot-Karten. Ein altes Rider-Waite-Spiel, das mir meine Großmutter geschenkt hat, kurz bevor sie starb. Sie hatte die Gabe, und sie glaubte, dass ich sie auch habe. Die Karten sind natürlich nur ein Hilfsmittel, um die innere Stimme zu hören, die zu uns spricht - so ähnlich, wie uns ein Spiegel unser Gesicht zeigt und uns manchmal erkennen lässt, ob es uns gut geht.
Die Stimme hat oft zu mir gesprochen, aber nicht immer wollte ich zuhören. Lange hatte ich Angst davor, was sie mir sagen würde. Aber wenn wir unsere Augen und Ohren vor dem verschließen, was uns die Karten mitteilen, werden die Konsequenzen nur umso schlimmer. Das hat mir meine Großmutter immer gesagt. Sie hat wahrscheinlich gar nicht gewusst, wie recht sie damit hatte.
Als Noras Tochter von diesem Mistkerl in seine Wohnung verschleppt wurde, habe ich gedacht, die Karten würden mir etwas über ihren Aufenthaltsort verraten. Stattdessen haben sie mich vor dem gewarnt, was später passieren würde, in Karlsruhe. Ich habe es damals nicht verstanden. Wahrscheinlich war ich zu aufgeregt wegen der Entführung und habe meiner inneren Stimme nicht richtig zugehört.
Manchmal frage ich mich, ob es einen Unterschied gemacht hätte, wenn ich in der Lage gewesen wäre, die Botschaft der Karten auf Anhieb richtig zu deuten. Hätte ich irgendetwas ändern können? Die Katastrophe vielleicht gar verhindern? Ich glaube nicht. Man hätte mir wohl kaum geglaubt.
Die Zukunft zu kennen, bedeutet noch lange nicht, dass man sie auch ändern kann.
Mein Name ist Fabienne Berger. Ich verkaufe Blumen in dem kleinen Laden nahe der Bushaltestelle, vormittags, wenn mein Sohn Max in die Schule geht. Das Leben ist nicht immer leicht, wenn man alleinerziehend ist und nicht viel Geld hat, aber ich habe eigentlich keinen Grund, mich zu beklagen. Mein Sohn ist mein ganzes Glück, und meine beste Freundin Nora wohnt gleich nebenan und hilft mir aus, wenn ich ihn mal unterbringen muss. So war mein Leben eigentlich ganz in Ordnung - bis zu dem Tag, an dem ich Lennard Pauly kennenlernte.
Glauben Sie an Schicksal? Ich schon. Irgendetwas ist jedenfalls da draußen, da bin ich sicher. Etwas, das über uns wacht, uns zuhört und uns manchmal Hinweise gibt, was wir im Leben anders machen sollten.
Ich benutze Tarot-Karten. Ein altes Rider-Waite-Spiel, das mir meine Großmutter geschenkt hat, kurz bevor sie starb. Sie hatte die Gabe, und sie glaubte, dass ich sie auch habe. Die Karten sind natürlich nur ein Hilfsmittel, um die innere Stimme zu hören, die zu uns spricht - so ähnlich, wie uns ein Spiegel unser Gesicht zeigt und uns manchmal erkennen lässt, ob es uns gut geht.
Die Stimme hat oft zu mir gesprochen, aber nicht immer wollte ich zuhören. Lange hatte ich Angst davor, was sie mir sagen würde. Aber wenn wir unsere Augen und Ohren vor dem verschließen, was uns die Karten mitteilen, werden die Konsequenzen nur umso schlimmer. Das hat mir meine Großmutter immer gesagt. Sie hat wahrscheinlich gar nicht gewusst, wie recht sie damit hatte.
Als Noras Tochter von diesem Mistkerl in seine Wohnung verschleppt wurde, habe ich gedacht, die Karten würden mir etwas über ihren Aufenthaltsort verraten. Stattdessen haben sie mich vor dem gewarnt, was später passieren würde, in Karlsruhe. Ich habe es damals nicht verstanden. Wahrscheinlich war ich zu aufgeregt wegen der Entführung und habe meiner inneren Stimme nicht richtig zugehört.
Manchmal frage ich mich, ob es einen Unterschied gemacht hätte, wenn ich in der Lage gewesen wäre, die Botschaft der Karten auf Anhieb richtig zu deuten. Hätte ich irgendetwas ändern können? Die Katastrophe vielleicht gar verhindern? Ich glaube nicht. Man hätte mir wohl kaum geglaubt.
Die Zukunft zu kennen, bedeutet noch lange nicht, dass man sie auch ändern kann.
Karl Olsberg - 2. Mai, 11:47
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