Woran arbeiten Sie gerade, Herr Olsberg?
Diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Ich beantworte sie normalerweise sehr einsilbig: "An einem Roman." Der Grund dafür liegt in einem tief verwurzelten Aberglauben, den ich mit mir herum schleppe, seit ich vor Jahrzehnten die ersten Schreibversuche unternahm.
Immer dann nämlich, wenn ich jemandem Teile meines noch unfertigen Textes gezeigt hatte, war das die Garantie dafür, dass ich den Text nie fertig stellen würde. Das lag nicht etwa an verheerender Kritik, sondern daran, dass plötzlich irgendwie für mich "die Luft raus" war und ich das weitere Arbeiten an dem Text nicht mehr als Spaß, sondern eher als Verpflichtung empfand - schließlich hatte ich das Ergebnis ja schon "angekündigt".
Seit ich professionell schreibe, rede ich NIEMALS und mit NIEMANDEM über das Projekt, an dem ich gerade arbeite. Weder meine erste und wichtigste Kritikerin, meine Frau, noch meine Agentin oder mein Lektor haben den geringsten Schimmer, worum es in meinem nächsten Buch geht. Erst, wenn ich den ersten Rohentwurf fertig habe, so schlecht er auch sein mag, bin ich beruhigt - jetzt kann das Werk nicht mehr aufgrund von mangelnder Motivation "kaputt gehen".
Seltsamerweise tritt dieser Effekt nicht auf, wenn ich eine Auftragsarbeit durchführe, wie etwa den fiktionalen Teil zu "2057 - Unser Leben in der Zukunft". Wenn mir jemand sagt: "Schreibe bitte über Folgendes", kann ich das problemlos tun und liefere pünktlich einen brauchbaren Text ab. Doch bei meinen eigenen Ideen bleibt dieses nagende Gefühl: Wenn du mit jemandem drüber redest, ist es tot. Das ist einerseits schade, denn manchmal könnte ich Anregungen und Hilfestellung zwischendrin ganz gut gebrauchen. Andererseits habe ich so die Freiheit, jederzeit mitten im Galopp die Pferde zu wechseln, ein Projekt abzubrechen und ein neues zu beginnen, ohne dass ich irgendjemandem gegenüber Rechenschaft schuldig bin.
Fazit: Jetzt habe ich mit langen Worten gesagt, dass ich nichts sage. Sorry dafür. ;-)
Immer dann nämlich, wenn ich jemandem Teile meines noch unfertigen Textes gezeigt hatte, war das die Garantie dafür, dass ich den Text nie fertig stellen würde. Das lag nicht etwa an verheerender Kritik, sondern daran, dass plötzlich irgendwie für mich "die Luft raus" war und ich das weitere Arbeiten an dem Text nicht mehr als Spaß, sondern eher als Verpflichtung empfand - schließlich hatte ich das Ergebnis ja schon "angekündigt".
Seit ich professionell schreibe, rede ich NIEMALS und mit NIEMANDEM über das Projekt, an dem ich gerade arbeite. Weder meine erste und wichtigste Kritikerin, meine Frau, noch meine Agentin oder mein Lektor haben den geringsten Schimmer, worum es in meinem nächsten Buch geht. Erst, wenn ich den ersten Rohentwurf fertig habe, so schlecht er auch sein mag, bin ich beruhigt - jetzt kann das Werk nicht mehr aufgrund von mangelnder Motivation "kaputt gehen".
Seltsamerweise tritt dieser Effekt nicht auf, wenn ich eine Auftragsarbeit durchführe, wie etwa den fiktionalen Teil zu "2057 - Unser Leben in der Zukunft". Wenn mir jemand sagt: "Schreibe bitte über Folgendes", kann ich das problemlos tun und liefere pünktlich einen brauchbaren Text ab. Doch bei meinen eigenen Ideen bleibt dieses nagende Gefühl: Wenn du mit jemandem drüber redest, ist es tot. Das ist einerseits schade, denn manchmal könnte ich Anregungen und Hilfestellung zwischendrin ganz gut gebrauchen. Andererseits habe ich so die Freiheit, jederzeit mitten im Galopp die Pferde zu wechseln, ein Projekt abzubrechen und ein neues zu beginnen, ohne dass ich irgendjemandem gegenüber Rechenschaft schuldig bin.
Fazit: Jetzt habe ich mit langen Worten gesagt, dass ich nichts sage. Sorry dafür. ;-)
Karl Olsberg - 10. Apr, 11:39
1 Kommentar - Kommentar verfassen - 0 Trackbacks
schreiben wie atmen - 12. Apr, 21:52
Wunderbar, nachvollziehbar,
und ein Dankeschön wert. Jetzt muss ich mir nicht mehr ganz so seltsam vorkommen mit meiner "Macke".














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