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Das System

Dienstag, 27. Oktober 2009

Microsoft enthüllt: Windows 7 wurde von Computern erdacht

Oder hab ich da was falsch verstanden? Nein, da steht es doch ganz deutlich: "Ich bin ein PC. Und Windows 7 war meine Idee."

windows-7-anzeige

Na gut, vermutlich hab ich da doch was falsch verstanden. Die so genannten PCs sind in Wahrheit "ganz normale User", die sich "zu ihrem PC bekennen", wie Microsoft erklärt. Das Ganze ist eine Antwort auf die Anti-Windows-Kampagne von Apple in den USA, in der ein "PC Guy" die vermeintlich typischen Windows-User karikariert.

Dumm nur, dass diese Kampagne in Deutschland keiner kennt. Und so fragt sich Otto Normalanwender auch diesmal wieder: "Was will mir diese Werbekampagne eigentlich sagen?"

Da fällt mir eigentlich nur ein guter alter Rat ein, den Apple zur Einführung des Macintosh in den Achtzigerjahren gab: "Versuchen Sie nicht, ein Computer zu werden!"

Freitag, 31. Juli 2009

"Das System" für französischen Krimipreis nominiert!

Ich bin schon ziemlich stolz darauf, dass "Das System" ins Französische übersetzt wurde. Leider beherrsche ich diese Sprache nicht und weiß deshalb nicht, wie gut die Übertragung gelungen ist. Offensichtlich aber sehr gut, denn jetzt wurde "Das System" neben zwei weiteren ausländischen Romanen für den Publikumspreis "Prix SNCF du Polar" nominiert!

Wer des Französischen mächtig ist und Lust hat, mit abzustimmen, kann das hier tun.

Donnerstag, 12. März 2009

Wolframs Monster

Über das Semantische Web - den Versuch, all das Wissen im Web nicht nur für Menschen, sondern auch für Maschinen interpretierbar und verstehbar zu machen - ist schon viel geschrieben worden. Die praktischen Hürden dieser Vision sind groß. Seit einigen Tagen sieht es jedoch so aus, als kämen wir der Realisierung in Kürze einen großen Schritt näher. Blogs und Wissenschaftskolumnen sind in Aufruhr über eine geplante neue Website des „Wunderkinds“ Stephen Wolfram, der mit „Mathematica“ eine brillante und überaus erfolgreiche Standardsoftware für Mathematikprobleme schuf. Einige bezeichnen ihn gar als „Google-Killer“ (wobei hier der Wunsch Vater des Gedankens sein mag).

Tatsächlich könnte Wolframs Wundermaschine vielleicht nicht Google killen, uns aber der düsteren Vision, die ich in „Das System“ beschrieb, ein großes Stück näher bringen. Denn das, was man über „Wolfram Alpha“ hört, klingt sehr ähnlich wie meine eigenen Ideen eines „denkenden“ Algorithmus, der in einer Art Notwehr-Reaktion beinahe die Menschheit auslöscht.

Damit ich nicht falsch verstanden werde: Ich bin nicht gegen Wolframs Technik und behaupte natürlich erst recht nicht, dass sie einen „eigenen Willen“ entwickeln könnte wie in meinem Roman. Aber ich frage mich mal wieder: Werden wir das Ergebnis von Wolframs Arbeit kontrollieren können? Wer regelmäßig mein Blog verfolgt, ahnt meine Antwort: natürlich nicht. Weder Wolfram selbst noch sonst irgendwer kann ahnen, welche Folgen seine Erfindung haben wird (falls sie tatsächlich so revolutionär sein sollte). Sicher ist nur, dass sie nicht auf die Anwendung der Beantwortung harmloser Nutzerfragen beschränkt bleiben wird.

Mindestens drei weniger harmlose Einsatzgebiete für Wolframs intelligente Algorithmen fallen mir ein: die Analyse des Userverhaltens, militärische Anwendungen und Online-Kriminalität. Denn eine Maschine, die Antworten auf nahezu beliebige Fragen aus den Tiefen des Internet fischen kann, lässt sich prinzipiell ebenso gut nutzen, um aus Mausklicks Schlussfolgerungen zu ziehen, Gegnerstrategien zu analysieren und Userdaten auszuspähen. Ich behaupte nicht, dass Wolfram selbst sich für solche Zwecke zur Verfügung stellt, doch seine Technik wird kopiert und missbraucht werden, Patentschutz hin oder her, denn die wirklich starken Ideen kann man nicht schützen.

Noch einmal: Mir geht es nicht darum, gegen die Einführung intelligenter Such- und Datenanalysealgorithmen zu wettern. Ich wäre aber froh, wenn der eine oder die andere mal laut darüber nachdenkt, welche negativen Folgen eine solche Technik haben könnte. Zehn Jahre nach der Gründung von Google zeigt sich zum Beispiel immer deutlicher, dass auch diese Maschine ihre Schattenseiten hat. Etwa die, dass der Schutz persönlicher Daten arg gelitten hat, dass man Falschmeldungen, virtuelles Mobbing oder tatsächliche Fehler nicht wieder aus Googles unerschöpflichem Gedächtnis löschen kann und dass das „Google Ranking“ inzwischen mehr über Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens entscheidet als Produktqualität und Service.

Schließlich wollen wir doch alle nicht, dass „Wolfram Alpha“ irgendwann als „Wolframs Monster“ in die Geschichte eingeht, oder?

Samstag, 7. März 2009

Parlez-vous francais?

Ich leider nicht. Dennoch bin ich unheimlich froh und stolz, heute die erste fremdsprachige Ausgabe eines meiner Bücher in der Hand zu halten: "Das System" auf Französisch.

Interessanterweise heißt es auch in Frankreich "Das System" und nicht "Le System" (oder wie auch immer). Erschienen ist es im Verlag Éditions Jaqueline Chambon und erhältlich natürlich unter anderem bei Amazon.fr.

Ich muss schon sagen, das war eine wirklich aufregende Woche!

Donnerstag, 18. September 2008

System-Crash

Oops! Da hat doch der blöde Computer einfach so 300 Millionen Euro an eine Investment-Bank überwiesen, die bereits pleite war, und damit der Staats-Förderbank KfW mal wieder einen handfesten Skandal beschert. Dummes Ding!

Ein Virus? Böse Absicht? Ein technischer Fehler? Oder doch menschliches Versagen, das mal wieder auf den wehrlosen Computer geschoben wird? Nein. Meiner Meinung nach liegt das eigentliche Problem im „System“ an sich – jener extrem komplexen Verkettung von Mensch und Maschine, die sich genau so verhält, wie man es nach der Chaostheorie erwarten darf: unberechenbar. Damit meine ich nicht die KfW, sondern das ganze komplizierte Geflecht moderner Kapitalmärkte.

Unvorstellbare Summen werden jeden Tag um den Erdball herum geschickt, ein Vielfaches dessen, was alle Staaten gemeinsam besitzen, um diesen gigantischen Kapitalstrom zu steuern. Der Effekt ist natürlich, dass er sich kaum steuern lässt. Finanzspritzen für notleidende Immobilienkreditgeber verpuffen entweder wirkungslos oder verschlimmern das Desaster sogar noch, weil sie den Märkten signalisieren, dass es ein Problem gibt, was schon an sich ein Problem ist.

Laien und Fachleute sind sich einig: Das moderne Finanzsystem ist ein Monstrum, ein Moloch, den niemand mehr voll durchschauen oder gar beherrschen kann. Wie sonst ist es zu erklären, dass die Finanzkrise praktisch alle Experten kalt erwischt hat, dass niemand den jüngsten zweiten und noch schlimmeren Crash – mehr als ein Jahr nach dem eigentlichen Auslöser – voraussah?

Wir schaffen uns Systeme, die unbeherrschbar sind, und machen uns von ihnen extrem abhängig, ohne die Folgen auch nur annähernd absehen zu können. Computer sind nicht der eigentliche Auslöser dieses Problems, aber sie verschlimmern es gewaltig.

Was können wir tun? Einfach das Rad der Zeit zurückdrehen, die Computer abschalten, zurück zum Tauschhandel mit Zigaretten- oder Muschelwährung? Nein, natürlich nicht. Aber wir können uns abgewöhnen, zu glauben, dass alles immer so weiter geht wie bisher, dass die Systeme alle wunderbar funktionieren und immer alles bergauf geht. Naiver Glaube an Technik, gepaart mit Gier - eine tödliche Mischung.

Wir können und müssen uns auf kurzfristige, heftige Turbulenzen einstellen, Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. Aber vor allem müssen wir lernen, schnell zu reagieren, flexibel zu sein und uns mit dem Unvorhergesehenen, dem Überraschenden abzufinden. Denn wir sitzen nicht auf einer Zeitbombe – wir sitzen auf einer ganzen Schiffsladung voller Zeitbomben, in Form von hoch komplexen, vernetzten Systemen in Wirtschaft, Politik, Ökologie, Medien und Technologie. Ob und wann jede einzelne von ihnen hoch geht, kann niemand sagen.

Donnerstag, 28. August 2008

Viren im Weltraum

Der Angriff außerirdischer Killerviren war das Thema des ersten Thrillers, den ich im zarten Alter von 10 Jahren gelesen habe und der mein Schreiben bis heute prägt: "Andromeda" von Michael Crichton. Dass es auch umgekehrt geht, dass nämlich (Computer-)Viren von der Erde in den Weltraum vordringen können, habe ich im ersten Kapitel von "Das System" unterstellt.

Eine aktuelle Meldung der SPIEGEL-Netzwelt bestätigt, dass dies nicht nur die kühne Idee eines Autors ist, sondern kalte Realität: Einige Computer an Bord der ISS wurden - offenbar nicht zum ersten Mal - von einem Virus befallen.

Bemerkenswert daran ist, dass sich niemand erklären kann, wie die Malware trotz umfangreicher Schutzmaßnahmen an Bord gelangen und sich dort ausbreiten(!) konnte. Das zeigt wieder einmal, dass die von uns geschaffene Technik ein unerwünschtes Eigenleben von erstaunlicher Hartnäckigkeit entwickeln kann und dass es entsprechend schwierig ist, die einmal gerufenen Geister wieder los zu werden.

Wer weiß, vielleicht gelingt ja eines Tages den Computerviren, was Menschen wohl auf lange Sicht verwehrt bleiben wird: Das Erobern ferner Planetensysteme oder gar Galaxien. Immerhin können sie nämlich im Unterschied zu uns schon heute mit Lichtgeschwindigkeit reisen.

Donnerstag, 10. Juli 2008

Uff, gerade noch mal gut gegangen

Da macht man sich als Autor einen Kopf, wie es wohl ein intelligenter Computervirus schaffen könnte, sich an allen Sicherheitssystemen vorbei global auszubreiten. Nein, so einfach ist das bestimmt nicht, denkt man. Da muss man wohl Fünfe gerade sein lassen und ein bisschen großzügig mit den technischen Möglichkeiten umgehen, immerhin kann der Leser das ja nicht nachprüfen.

Und dann stellt sich heraus: Doch, es ist so einfach. Sogar noch viel einfacher, als es sich die meisten Experten je hätten träumen lassen. Zumindest war es das bis jetzt: Ein relativ simpler Hack hätte es dem Vernehmen nach ermöglicht, die Kontrolle über das gesamte Internet zu übernehmen – genauer gesagt über das Routing im Internet, aber das ist fast gleichbedeutend. Für einen bösartigen, hochintelligenten Angreifer wie „Pandora“ wäre das ein Spaziergang durch Tore gewesen, die so weit offen stehen wie das der Saudi-Arabischen Nationalmannschaft weiland 2002 beim 8:0 für Deutschland.

Entdeckt hat die Lücke, die offenbar jahrelang unentdeckt blieb, der Sicherheitsexperte Dan Kaminsky. Es ist ein bisschen, als hätte er erst jetzt als erster das Jahr-2000-Problem bemerkt. Oder wie ein 1,5-Kilometer-Asteroid, den Astromonem entdecken, nachdem er knapp an der Erde vorbei gerast ist. Man atmet tief durch und denkt sich: Mann, da haben wir aber noch mal Schwein gehabt.

Die Frage ist allerdings, wie viele unentdeckte Schwachstellen solch katastrophalen Ausmaßes es noch gibt. Und wie lange es dauert, bis einer von den "Bösen" eine findet, bevor es die "Guten" merken. Oder ein sich selbst weiterentwickelnder Virus?

Sonntag, 27. April 2008

"Das System" im Bertelsmann Buchclub

Einst war er das Herzstück des Bertelsmann Medienimperiums und mit seinen zahlreichen günstigen Sonderausgaben der Schrecken des Deutschen Buchhandels. Und auch wenn Bertelsmann inzwischen zu einem internationalen Megakonzern gewachsen ist und "Der Club" heute nicht mehr die Marktbedeutung hat, die ihm früher zukam, ist er immer noch eine wichtige Größe in der Buchhandelslandschaft. Er lebt davon, seinen Mitgliedern einen Querschnitt der erfolgreichsten und spannendsten Bücher eines Jahres zu Sonderpreisen zu präsentieren.

System-Buchclub

Die Sonderausgabe eines Romans im Bertelsmann Buchclub ist somit auch so etwas wie eine Auszeichnung. Daher war es schon ein schönes Gefühl für mich, als ich gestern das Paket mit den Belegexemplaren der Clubausgabe von "Das System" auspackte. Auch wenn mir das Original-Cover des Aufbau-Verlags mit seinem aufwändigen Prägedruck immer noch ein bisschen besser gefällt, bin ich doch stolz darauf, dies gleich mit meinem ersten Roman geschafft zu haben.

Clubmitglieder und solche, die es werden wollen, finden das Buch hier.

Freitag, 18. April 2008

TV-Interview via Skype

Am Mittwoch wurde ich per Internet Videochat via Skype von einer Redakteurin des NDR interviewt. Bild und Ton sind etwas ruckelig geraten, aber wir waren beide der Meinung, dass das zum Thema des "Systems" passt.

Das Interview ist Teil eines Beitrags über die Vattenfall Lesetage, bei denen ich morgen meinen Auftritt habe (19.00 Uhr, Speicherstadtmuseum). Der Beitrag soll heute oder in den nächsten Tagen im aktuellen Stadtmagazin "Hamburg Journal" ausgestrahlt werden (der genaue Sendetermin hängt von aktuellen Ereignissen ab). Nicht-Hamburger können über Livestream zuschauen. Dabei bitte darauf achten, unten im Auswahlmenü das Regionalprogramm für "Hamburg" anzuklicken.

Donnerstag, 3. April 2008

"Das System" für den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert!

Eigentlich ist die Katze schon eine Weile aus dem Sack, aber als ich es erfahren habe, durfte ich es noch nicht erzählen, und als es andere veröffentlicht haben, habe ich es nicht mitbekommen. Hier also die nicht mehr ganz so neue, aber immer noch sensationelle Nachricht: Mein erstes Buch hat es gleich auf den Olymp der deutschsprachigen Science Fiction geschafft und wurde für den Kurd-Laßwitz-Preis nominiert, den wichtigsten Preis für Science-Fiction-Literatur diesseits des Atlantiks.

Das fühlt sich für mich ungefähr so an, wie sich für Florian Henckel von Donnersmarck die Oscar-Nominierung angefühlt haben muss. Ich stehe nun immerhin in einer Reihe mit den Größen der deutschen SF, darunter mein Vorbild Andreas Eschbach, dessen neuster Roman "Ausgebrannt" ebenfalls nominiert wurde (leider, er hat nämlich anscheinend so was wie ein Abo auf den Preis - er hat ihn bereits fünf mal gewonnen ;-).

Die übrigen Roman-Nominierungen:
  • »Tentakelschatten« von Dirk van den Boom, Atlantis-Verlag
  • »Alien Earth - Phase 1« und »Alien Earth - Phase 2« von Frank Borsch
  • »Das versteckte Sternbild« von David Dalek
  • »Die Schatten des Mars« von Frank W. Haubold
  • »Psyhack« von Michael K. Iwoleit
  • »Andrade« von Armin Rößler
  • »Magma« von Thomas Thiemeyer
Verlage zieren sich leider heutzutage, ein Buch als Science Fiction zu bezeichnen. So würde KiWi wohl nur zähneknirschend zugeben, dass "Der Schwarm", eines der erfolgreichsten Bücher, die je in Deutschland veröffentlicht wurden, ganz eindeutig SF ist und zu Recht den Kurd-Laßwitz-Preis 2004 gewonnen hat.

Ich weiß nicht genau, warum das so ist, aber der SF haftet in Deutschland wohl der Geruch des Billigen und Unseriösen an (im Unterschied zur Fantasy). Auf jeden Fall ist es sehr schade. Die SF hat einen sehr wichtigen Beitrag zur Entwicklung der Literatur, aber auch unseres Weltbilds geleistet. Sie hat Generationen von Wissenschaftlern inspiriert und auch literarisch Herausragendes hervorgebracht, wie etwa die Werke von Stanislav Lem, Ray Bradbury, Philip K. Dick oder Neal Stephenson. Insofern bin ich sehr stolz, dass "Das System" von Science-Fiction-Profis für preiswürdig befunden wird.

Mehr Infos zum Kurd-Laßwitz-Preis gibt es hier.

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Spoiler
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Hiro Protagonist (Gast) - 23. Nov, 12:55
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