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Schwarzer Regen

Mittwoch, 11. November 2009

Gastbeitrag im Weltbild-Blog

Heute ist ein Gastbeitrag von mir zu "Schwarzer Regen" auf dem Weltbild-Blog erschienen. Und weil der recht ausführlich ist, erlaube ich mir hier den kürzesten aller bisherigen Blogbeiträge.

Montag, 26. Oktober 2009

Interview auf Media-Mania.de

Im Rahmen der Buchmesse interviewte mich Vera Schott, Gründerin von Media-Mania.de. Das vollständige Interview ist jetzt dort verfügbar. Wer mehr über die Hintergründe von "Schwarzer Regen" wissen will, sollte es lesen.

Samstag, 10. Oktober 2009

Friedensnobelpreis für eine große und mutige Idee

Mir ging es so wie wohl den meisten, als ich gestern von der Verleihung des Friedensnobelpreises an Barack Obama erfuhr. Ich fragte mich: Wofür?

Obama ist kaum ein Dreivierteljahr im Amt, und seine Erfolgsbilanz ist bis jetzt eher dürftig. Die dringend benötigte Reform des US-Gesundheitswesens stockt, seine politischen Gegner werden immer aggressiver und auch seine außenpolitische Friedensoffensive, die jetzt ausgezeichnet wird, hat bisher kaum etwas an den globalen Spannungen geändert. Die Taliban gewinnen in Afghanistan weiter an Boden, Pakistan bleibt ein gefährliches Pulverfass, der Nahost-Konflikt ist so weit von einer Lösung entfernt wie eh und je, und der Iran bastelt weiter an seiner Bombe.

Verständlich, dass ihm das Nobelpreis-Kommittee in dieser kritischen Phase seiner Amtszeit den Rücken stärken wollte. Aber kann das die Aufgabe des Nobelpreises sein - Politikern mit noblen Absichten Zuspruch zu geben, oder ihnen gar eine "Zwangsjacke von Erwartungen" anzulegen? Ist das fair gegenüber den anderen Preisträgern, die oft jahrzehntelang für eine bessere Welt kämpfen mussten, bevor ihre Leistung anerkannt wurde, oder die gar ihre alten Differenzen in heroischer Weise überbrückten und echten Frieden zwischen Feinden schufen, wie 1978 Anwar as-Sadat und Menachem Begin? Ist es fair gegenüber den vielen anderen Kandidaten, die den Preis jetzt nicht bekommen?

"Der Gutmensch Obama wird das Geld bestimmt spenden", kommentierte ein Kollege. "Gutmensch" - das klingt abfällig, fast wie "Aufschneider". Wir misstrauen jemandem, der eine großzügige Geste zeigt, weil wir eine verdeckte Absicht dahinter vermuten - besonders bei einem Politiker. Und als Obama Anfang April in Prag verkündete, er wolle die Welt zu einer atomwaffenfreien Zone machen, waren wir skeptisch - ich auch.

Doch sind es nicht gerade solche Visionen, die die Welt verändern können? Ist es nicht bemerkenswert, dass der oberste Befehlshaber der größten Atomstreitmacht der Welt öffentlich für deren Abschaffung plädiert? Ist dies nicht ein ungeheuer mutiger Schritt, der allein schon die höchste aller Auszeichnungen rechtfertigt?

Vielleicht zum ersten Mal in der Geschichte des Preises wird nicht eine Tat ausgezeichnet, sondern eine Absicht, nicht die Vergangenheit, sondern eine mögliche Zukunft. Und das vor dem Hintergrund der realen Gefahr eines Atomkriegs im nahen Osten, die immer noch von vielen unterschätzt wird.

Das Nobelpreiskommittee muss sich darüber klar gewesen sein, dass seine Entscheidung weltweites Kopfschütteln auslösen wird. Es war schon deshalb eine mutige Entscheidung. Aber es war vermutlich auch eine Entscheidung im Sinne von Alfred Nobel, der den Preis ja auch deshalb gestiftet hat, weil er seiner Erfindung hochwirksamer Sprengstoffe etwas Positives, Konstruktives entgegen setzen wollte.

Mit Barack Obama wird ein Mann für seine Weitsicht und seinen Mut ausgezeichnet. Ich hoffe, dass dieser Preis dazu beiträgt, das wunderschöne Mem einer atomwaffenfreien Welt in möglichst vielen Köpfen festzusetzen. Falls das gelingt, war dies vielleicht die klügste Entscheidung, die das Nobelpreiskommittee je getroffen hat.

Congratulations, Mr. Obama!

Montag, 5. Oktober 2009

Demokratie ist nichts für Feiglinge

Demokratie ist ein labiles Gebilde. Das habe ich in meinem neuen Roman „Schwarzer Regen“ darzustellen versucht, indem ich die Folgen eines fürchterlichen Anschlags in Deutschland schildere, die von Rechtspopulisten rücksichtslos ausgenutzt werden. Schon mehrfach in der Geschichte sind scheinbar stabile Demokratien von skrupellosen Diktatoren unterworfen worden – wer wüsste das besser als wir Deutschen? Andererseits hat der Fall der Mauer vor 20 Jahren gezeigt, dass das kollektive Wagnis, seine Meinung auch entgegen dem offiziellen Maulkorb zu äußern, einen autoritären Staat zu Fall bringen kann.

Demokratie braucht solchen Mut. Den Mut zum Beispiel, das Recht auf freie Meinungsäußerung nicht nur wahrzunehmen, sondern gegen jeden Versuch der Manipulation und Unterdrückung zu verteidigen. Nur, wenn wir diesen Mut täglich neu beweisen, können wir unsere Freiheit dauerhaft aufrecht erhalten. Das ist kein Plädoyer für „Meinungsfreiheit ohne Grenzen“, wie sie die Piratenpartei fordert – auch das Recht auf freie Meinungsäußerung muss Schranken kennen, etwa bei der Diffarmierung, der Volksverhetzung, der Verletzung der Würde von Menschen oder der Achtung von Urheberrechten. Doch diese Grenzen sind, unter anderem im Grundgesetz, hinreichend definiert. Wer sie übertritt, kann und soll vor Gericht dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

Etwas ganz anderes ist es, wenn der Droste-Verlag einen Krimi nicht veröffentlicht, weil eine „Islam-Expertin“ zu dem Schluss kommt, er enthalte Passagen, die „gefährlich“ seien. Passagen wie „Schiebt euch euren Koran doch …“, die im Roman wohl gemerkt von einer fiktiven Figur gesagt werden.

Diese Art von vorauseilendem Gehorsam gegenüber Leuten, die möglicherweise das deutsche Recht brechen und damit die „Sicherheit der Mitarbeiter oder der Familie“ des Verlegers bedrohen könnten, finde ich erbärmlich. Sie ist die übelste Form von Feigheit, die mir bisher im deutschen Literaturbetrieb begegnet ist.

Aber sie ist nicht nur feige, sie ist auch diffarmierend, denn sie unterstellt den in Deutschland lebenden Moslems, dass diese sofort mordlüstern auf jeden los gehen, der etwas sagt oder schreibt, was auch nur entfernt einer Kränkung ihrer religiösen Gefühle ähneln könnte. Folgerichtig nutzen rechtsradikale Blogs auf der ganzen Welt den Rückzieher als Steilvorlage, um ihre Hasstiraden gegen den Islam loszulassen.

Herzlichen Glückwunsch, Herr Droste – Sie haben sich selbst, Ihrem Verlag, der deutschen Demokratie und den Millionen Moslems, die in Frieden bei uns leben und die deutschen Gesetze achten, einen Bärendienst erwiesen! Duckmäuser wie Sie haben die Freiheit, die sie genießen, eigentlich nicht verdient.

Der Autorin Gabriele Brinkmann aka W.W.Domsky wünsche ich, dass sie schnell einen neuen Verlag findet. Ich rate ihr, das Manuskript parallel kostenlos im Internet zu veröffentlichen. So wird es rasch viele Leser finden, und wie zahllose Beispiele belegen, werden dennoch viele das Buch kaufen. Ein Bestseller ist vorprogrammiert.

Oder war das am Ende das Kalkül des Herrn Droste? Ein medienträchtiger Rückzieher, der dann nach einem öffentlichen Aufschrei doch wieder zurück genommen und zum Selbstläufer im Handel wird? Nein, so viel Abgebrühtheit möchte ich ihm dann doch nicht unterstellen.

Mittwoch, 23. September 2009

Schwarzer Regen ab sofort lieferbar

Seit heute ist mein neuer Roman "Schwarzer Regen" bei Amazon auf Lager. In den Buchhandlungen sollte er im Laufe der Woche eintreffen und spätestens ab nächster Woche flächendeckend verfügbar sein. Ich bin gespannt auf die Resonanz.

Dienstag, 28. Juli 2009

Neuer Videotrailer für "Schwarzer Regen"

Silvia Paskalew vom Aufbau-Verlag und der Grafiker Robin Piniek (enraged-at-media multimediadesign) haben einen Videotrailer für "Schwarzer Regen" entwickelt. Nicht nur aufgrund des arg engen Twoday.net-Blogformats finde ich ihn wirklich herausragend!



Anschauen, bei Youtube bewerten und auf das Buch freuen!

Donnerstag, 16. Juli 2009

ZDF-Doku: Atomarer Anschlag in Deutschland

Gestern Abend lief im ZDF in der Reihe "Abenteuer Wissen" eine erschreckende Dokumentation zu einem leider nicht unrealistischen Szenario: Einem nuklearen Terroranschlag in einer deutschen Großstadt. Genau dieses Szenario habe ich in meinem aktuellen Roman "Schwarzer Regen" verarbeitet. Wieder mal ist die Realität dichter an der Fiktion, als mir lieb sein kann.

Ich selbst habe den Beitrag verpasst, bin aber dank meiner aufmerksamen Testleserin Nr. 1 im Nachhinein darauf hingewiesen worden. Zum Glück kann man ihn noch in der ZDF-Mediathek anschauen (im Suchfeld "Atomjäger" eingeben). Hier außerdem ein Textbeitrag zum Thema.

Samstag, 23. Mai 2009

Schwarzer Regen - die Figuren (5)

In dieser kleinen Serie lasse ich die Figuren meines neuen Romans "Schwarzer Regen", der im Herbst 2009 erscheint, sich selbst vorstellen.

Mein Name ist Langen. Friedhelm Langen. Und es wäre besser, wenn ihr mir zuhört. Wenn mir irgendjemand endlich zuhört!

Ich habe von Anfang an gewusst, dass es passieren würde. Ich habe versucht, zu warnen, bin sogar zur Polizei gegangen. Aber man hat mich ausgelacht. Einen Spinner hat man mich genannt. Verhöhnt hat man mich. Schon immer. Aber jetzt, jetzt, wo es passiert ist, könnt ihr die Wahrheit nicht länger ignorieren, oder? Ihr müsst mir jetzt zuhören, sonst passiert noch viel, viel Schlimmeres!

Ich hab eigentlich nie an Schicksal und Vorsehung geglaubt und sowas. Ich bin doch kein Trottel. Schließlich habe ich Mathematik studiert. Aber als ich mich dann zufällig etwas näher mit seinen Texten beschäftigt habe, da hab ich es gesehen. Die Muster. Sie sind da, eindeutig, und nur jemand, der absolut vernagelt ist, kann seine Augen davor verschließen.

Wovon ich rede? Von Nostradamus natürlich. Passt mal auf:

Arglist, Verschwörung und hinterhältiger Anschlag:
Die große Stadt wird prompt und überraschend angegriffen.
Menschenfleisch, für den Tod zu Asche gemacht,
Schloss, Palast im Flammenmeer.

Gleißendes Feuer wird man am Himmel erblicken,
Wolke lässt zwei Sonnen erscheinen.
Sogleich schießt eine große, ausschlagende Flamme hervor,
während der Himmel so übermäßig donnern wird.


Na? Ist das nicht eindeutig? Das ist Originalton Nostradamus, geschrieben vor 350 Jahren. Könnt ihr ja googeln, wenn ihr mir nicht glaubt. Klarer kann man es doch wohl nicht beschreiben, zumal in der Sprache des Mittelalters, oder?

Na gut, ich habe seine Zeilen ein bisschen umsortiert. Aber das ist es ja gerade: Ich habe rausgekriegt, welche mathematischen Transformationen ich auf die Verse anwenden muss, damit sie in der richtigen Reihenfolge erscheinen. Und das, was da oben steht, ist erst der Anfang.

Vielleicht hört ihr mir jetzt doch besser zu!

Samstag, 16. Mai 2009

"Es ist ein ... Buch!"

Ein Buch von 400 Seiten zu schreiben dauert so ungefähr 9 Monate. Wenn man es dann zum ersten Mal in den Händen hält, ist das tatsächlich ein bisschen so wie bei einer Geburt.

Dieses Glücksgefühl durfte ich gestern wieder erleben, als ich eines der ersten Vorab-Exemplare meines neuen Romans "Schwarzer Regen" in den Händen hielt. Diese Vorab-Ausgabe ist nur für Buchhändler bestimmt, die so die Möglichkeit bekommen, das Buch zu lesen und sich eine Meinung zu bilden, bevor es tatsächlich erscheint.

cover-schwarzer-regen

Wie bei einer Geburt habe ich in so einem Moment das Gefühl, das Wunder der Schöpfung zu erleben - etwas, das vorher nur in meinem Gehirn existiert hat, ist plötzlich Realität geworden. Aber natürlich gibt es auch Unterschiede: Kinder halten einen länger auf Trab, sind knuddeliger und bedeuten einem am Ende doch unendlich viel mehr.

Auf der anderen Seite kommen Bücher nicht in die Pubertät.

Samstag, 2. Mai 2009

Schwarzer Regen - die Figuren (4)

In dieser kleinen Serie lasse ich die Figuren meines neuen Romans "Schwarzer Regen", der im Herbst 2009 erscheint, sich selbst vorstellen.

Mein Name ist Fabienne Berger. Ich verkaufe Blumen in dem kleinen Laden nahe der Bushaltestelle, vormittags, wenn mein Sohn Max in die Schule geht. Das Leben ist nicht immer leicht, wenn man alleinerziehend ist und nicht viel Geld hat, aber ich habe eigentlich keinen Grund, mich zu beklagen. Mein Sohn ist mein ganzes Glück, und meine beste Freundin Nora wohnt gleich nebenan und hilft mir aus, wenn ich ihn mal unterbringen muss. So war mein Leben eigentlich ganz in Ordnung - bis zu dem Tag, an dem ich Lennard Pauly kennenlernte.

Glauben Sie an Schicksal? Ich schon. Irgendetwas ist jedenfalls da draußen, da bin ich sicher. Etwas, das über uns wacht, uns zuhört und uns manchmal Hinweise gibt, was wir im Leben anders machen sollten.

Ich benutze Tarot-Karten. Ein altes Rider-Waite-Spiel, das mir meine Großmutter geschenkt hat, kurz bevor sie starb. Sie hatte die Gabe, und sie glaubte, dass ich sie auch habe. Die Karten sind natürlich nur ein Hilfsmittel, um die innere Stimme zu hören, die zu uns spricht - so ähnlich, wie uns ein Spiegel unser Gesicht zeigt und uns manchmal erkennen lässt, ob es uns gut geht.

Die Stimme hat oft zu mir gesprochen, aber nicht immer wollte ich zuhören. Lange hatte ich Angst davor, was sie mir sagen würde. Aber wenn wir unsere Augen und Ohren vor dem verschließen, was uns die Karten mitteilen, werden die Konsequenzen nur umso schlimmer. Das hat mir meine Großmutter immer gesagt. Sie hat wahrscheinlich gar nicht gewusst, wie recht sie damit hatte.

Als Noras Tochter von diesem Mistkerl in seine Wohnung verschleppt wurde, habe ich gedacht, die Karten würden mir etwas über ihren Aufenthaltsort verraten. Stattdessen haben sie mich vor dem gewarnt, was später passieren würde, in Karlsruhe. Ich habe es damals nicht verstanden. Wahrscheinlich war ich zu aufgeregt wegen der Entführung und habe meiner inneren Stimme nicht richtig zugehört.

Manchmal frage ich mich, ob es einen Unterschied gemacht hätte, wenn ich in der Lage gewesen wäre, die Botschaft der Karten auf Anhieb richtig zu deuten. Hätte ich irgendetwas ändern können? Die Katastrophe vielleicht gar verhindern? Ich glaube nicht. Man hätte mir wohl kaum geglaubt.

Die Zukunft zu kennen, bedeutet noch lange nicht, dass man sie auch ändern kann.

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Re: Spoiler
Lieber Karl, das ist schon klar, und dass sie hochgehen...
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Sorry ...
... für den Spoiler. Allerdings ist er ja vielleicht...
Karl Olsberg - 23. Nov, 14:00

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